Neue Presse 22.06.2010 :
C-Liga gehört Vergangenheit an
Stattdessen geht Fußballkreis Friedberg mit drei B-Liga-Staffeln Mitte August in die Saison 2010/11
Grundlegende Veränderungen in der Friedberger Fußball-Ligen-Landschaft! Normalerweise wäre die Kreisliga B Friedberg mit 20 Mannschaften, die Kreisliga C Friedberg gar mit 21 Teams (durch die neu hinzugekommenen Emekspor Friedberg sowie FC Hessen Massenheim II, Traiser FC II und SV Schwalheim II) in die Saison 2010/11 eingestiegen.
«42 Spieltage in der C-Liga wären allerdings keinem zuzumuten gewesen», meint Rainer Dreut (Nieder-Weisel), Friedbergs Kreisfußballwart, und stellte beim Verbandsspielausschuss einen Antrag, aus den 20 B-Liga-Teams und 21 C-Ligisten drei B-Liga-Staffeln zu bilden. Sonntagnachmittag erhielt Dreut diesbezüglich grünes Licht: mit Beginn der Runde 2010/11 wird’s statt einer B- und einer C-Liga drei B-Liga-Staffeln geben, nach geografischen Gesichtspunkten Gruppe Nord (oder 1), Mitte (oder 2) und Gruppe Süd (oder 3) benannt.
Der VfB Petterweil II spielt in der Gruppe Süd (oder Gr. 3), zusammen mit folgenden 12 Mannschaften: SC Dortelweil II, SV Gronau II, SSV Heilsberg, FSG Burg-Gräfenrode II, FC Hessen Massenheim II, SV Rosbach, FC Ober-Rosbach II, VfR Ilbenstadt II, KSG Bönstadt, SKG Erbstadt, SV Nieder-Wöllstadt II, FC Kaichen II.
Die Aufstiegsregelung sieht laut Rainer Dreut vor, dass die drei Gruppensieger direkt in die Kreisliga A aufrücken und die drei Vizemeister der B-Ligen mit einem A-Ligisten eine Vierer-Relegation ausspielen werden.
Bis zu 8 A-Liga-Absteiger
Da die Richtzahl in der Kreisoberliga und Kreisliga A Friedberg für die kommende Runde bei 18 liegt, hat dies allerdings in KOL und A-Liga einen vermehrten Abstieg zur Folge. Steigt aus der Gruppenliga Frankfurt/West im Mai 2011 1 «Friedberger» Club in die KOL ab, müssen 3 Mannschaften aus jener KOL in die A-Liga absteigen und wiederum 7 (!) aus der A- in die B-Liga. Bei 2 Absteigern aus der Gruppenliga gäbe es gar 4 KOL-Absteiger und 8 (!) A-Liga-Absteiger!
Erwischt es dagegen in der Gruppenliga Ffm./West kein «Friedberger» Team in Sachen Abstieg, würde es in der KOL Friedberg nur 2, in der Kreisliga A allerdings immerhin 6 Absteiger geben.
Während der Saisonstart in der Kreisoberliga und Kreisliga A Friedberg am Wochenende des 1. August geplant ist, ist in den drei B-Liga-Staffeln der Saisonauftakt erst für das Wochenende 15. August angedacht. Bis dahin müssen allerdings noch die derzeit «wackligen» Flutlichtmasten auf den Sportplätzen in Leidhecken, Nieder-Florstadt und Staden «gefestigt» werden.
Die 1. Runde im Friedberger Kreispokal wird zwischen 15. und 25. Juli ausgelost, wobei die Krombacher Brauerei als Sponsor auftreten und der Pokalwettbewerb folglich künftig auch als «Krombacher Kreispokal» firmieren wird. Jeder am Pokalgeschehen teilnehmende Verein wird von Krombacher mit einem Derbnystar-Fußball und 80 Trainingswesten bedacht! Und: Der Kreispokalsieger 2010/11 erhält 100 Liter Krombacher Bier spendiert.
Neue Presse 06.04.2010 :
Hier brennt das Feuer zu Ostern
Geselliges Treffen am Sportplatz mit rund 150 Besuchern an den Flammen beim VfB Petterweil
Von Georgia Lori
Bereits zum zweiten Mal veranstaltete der VfB Petterweil ein Osterfeuer am Sportplatz. Trotz des nasskalten Wetters, konnten sich die Verantwortlichen über einen guten Zuspruch nicht beklagen.
Der alte Brauch der Osterfeuer übt auch heute noch seine Faszination auf die Bevölkerung aus. Besonders Kinder zeigen sich vom züngelnden Flammenspiel wie am Petterweiler Sportplatz begeistert. Foto: Georgia Lori
Karben. Bereits aus der Ferne war weißer Qualm sichtbar. Ab und zu loderten vom Wind angefacht, Flammen auf. Auf dem Sportplatz Petterweil, in der Gemarkung «Am Galgenberg», brannte in der Nacht vom Ostersamstag zum Ostersonntag ein Osterfeuer.
Der veranstaltende VfB Petterweil hatte bereits am Nachmittag rund 30 Kinder zur Ostereiersuche eingeladen. An kleinen Feuerstellen backten sie Stockbrot. Trotz starker Regenfälle am Nachmittag, scheute der Nachwuchs den Weg zum Sportplatz nicht. Die Kinder wärmten sich an den Flammen und schauten deren Spiel fasziniert zu.
Holz kommt per Traktor
In weiten Teilen der Region sind die Osterfeuer gesellige Treffs. In Petterweil wurde es zum zweiten Mal entzündet. Aus der spontanen Idee 2009 wurde in diesem Jahr eine Gemeinschaftsaktion von Vorstandsmitgliedern und Freunden des Vereins sowie Landwirten, die das gesammelte Holz per Traktor zum Sportplatz brachten.
Erfreute sich die Bevölkerung im vergangenen Jahr bis sechs Uhr morgens der Faszination des Osterfeuers, sorgte das nasskalte Wetter in diesem Jahr für wenig Gemütlichkeit. Auch der drei Meter aufgeschichtete Holzhaufen brannte, angefacht durch den Wind, relativ schnell ab. Dennoch fand sich viele Besucher zum Osterfeuer ein. «Etwa 150 Besucher konnten wir willkommen heißen», sagte der Stellvertretende Vorsitzende des Vereins, Michael Gaiss. Der Erlös aus der Veranstaltung (Verkauf von Speisen und Getränken) soll der Jugendarbeit des Vereins zugute kommen.
Furcht vor dem Verbot
«Dieses Jahr haben wir das erste Mal eine C-Jugend-Mannschaft aufgestellt und wollen es noch bis zur A-Jugend schaffen», erklärte Gaiss. Zudem spiele die Erste Mannschaft in der Kreisoberliga. Veranstaltungen dieser Art seien deshalb unerlässlich. Lange ausharren musste die Freiwillige Feuerwehr Petterweil. Erst um ein Uhr morgens wurde das Osterfeuer gelöscht.
Gaiss hofft, den Brauch des Osterfeuers auch 2011 fortführen zu können. Er befürchtet aber, dass sie verboten werden könnten. In den Jahren 1999 und 2008 war eine deutlich erhöhte Feinstaubbelastung an den Osterfeiertagen vor allem in Norddeutschland messbar. Einschränkungen für Osterfeuer lägen im Trend. Mit ihrem Erlöschen hätte allerdings auch ein bedeutendes Sprichwort seine Gültigkeit verloren. Sagt man den Osterfeuern doch nach, dass soweit der Lichtschein dieser Feuer reicht, er dem Lande Glück und Gedeihen bringt.
Wetterauer Zeitung vom 20.02.2010:
»Schlaraffenland KOL«
VfB Petterweil strebt 40 Punkte an - Pauschs Zukunft ungewiss
Zugegeben: Beschränkt man sich ausschließlich auf sportliche Erfolge, dann fristeten die Fußballer des VfB Petterweil, ein jahrelang eher kümmerliches Dasein und standen vor Ort eindeutig im Schatten der TVP-Handballer. Ganz grundsätzlich mag das auch heute noch der Fall sein, und von Zuschauerzahlen, wie sie die Landesliga-Handballer regelmäßig in der Sporthalle Sauerbomstrasse registrieren können, sind die VfB-Kicker, die sich vor noch gar nicht allzu langer Zeit auf der B-Liga-Bühne mehr schlecht als recht durch die Meisterschaftsrunden schleppten, auf ihrem Sportgelände nach wie vor weit entfernt. Doch unter der sportlichen Regie von Trainer Rainer Pausch genießt der VfB Petterweil nach Meisterschaften in der B- und in der A-Liga im zweiten Jahr Kreisoberliga-Status hat dort im Premieren-Jahr (Rang 16) den Klassenerhalt problemlos gepackt und schickt sich an, angesichts von Position 15 (22 Punkte bei noch drei ausstehenden Nachholspielen) auch die zweite Saison im Wetterauer Fußball-Oberhaus ohne größere Schwierigkeiten überstehen zu können.
»Um allen Eventualitäten aus dem Weg zu gehen, sind in der Endabrechnung wohl 40 Zähler vonnöten«, meint Rainer Pausch, »die holen wir auch«. Im Übrigen sei für ihn beschlossene Sache, dass sich die Anzahl der definitiven Absteiger nicht auf einen beschränken werde: »Auf der Gruppenliga-Bühne wird es einen der drei gefährdeten heimischen Klubs erwischen, und dann steigen zwei Kreisoberliga -Teams ab«. Doch auch damit könne man vor Ort ganz gut leben. Gleichwohl: Mit den Darbietungen seiner Kaderspieler war der 42-Jährige im bisherigen Saisonverlauf nicht immer zufrieden: »Wir haben zu viele Punkte unnötig liegen gelassen«, kritisiert er. Zudem hätten die taktische Disziplin und das spielerische Element zuweilen erheblich gelitten: »Positionen, die mit den Spielern vorab klar abgesprochen wurden, sind nicht immer gehalten worden. Kampf war allenthalben Trumpf. Wir müssen wieder mehr spielerische Linie bringen«.
Das, was dem Petterweiler Übungsleiter überhaupt nicht gefiel, offenbarte sich insbesondere zwischen dem 9. und 14. Spieltag, als der VfB sechs Niederlagen in Serie zu schlucken hatte. Doch im Karbener Stadtteil ging's auch anders. Zwischen dem dritten und sechsten Spieltag siegte die Pausch-Elf gegen den SV Gronau (2:0) sowie bei Türk Gücü Friedberg (2:1), gegen den FV Bad VilbelII (3:2) und bei der SG Rodheim (7:4).
Zudem wichtig für die Option, den Abstiegskampf aus gebührender Entfernung verfolgen zu können: Gegen jene Klubs, die im Gesamtklassement noch weiter hinten zu finden sind, hielten sich die Petterweiler Fußballer mit einer Ausnahme (1:2-Heimniederlage. gegen Schlusslicht SKV Beienheim) schadlos, legten durch Erfolge über Rodheim, Dorn-Assenheim, Ober-Wöllstadt und Ober-Mörlen sozusagen den Grundstein für eine längerfristige KOL-Perspektive.
Schritt für Schritt mit vorwiegend jungen Spielern vorankommen und sich in der Kreisoberliga als feste Größe etablieren, haben sie sich demnach in Petterweil auf die Vereinsfahne geschrieben. Ein Weg, den auch Rainer Pausch, im fünften Jahr Trainer, verfolgt. Er, der zu aktiven Zeiten für die SKG Frankfurt und die Sportfreunde Ostheim spielte und später dann die seinerzeit sehr erfolgreiche Jugend der Spfr. 04 Frankfurt trainierte, weiß was die »Friedberger« Kreisoberliga wert ist: »Das reinste Schlaraffenland. Jeder, der schon mal im Frankfurter Raum auf vergleichbarer Ebene gearbeitet hat, weiß, was ich meine«. Ob Pauschs Trainer-Zukunft auch weiterhin mit Petterweil verbunden sein wird, ist allerdings noch nicht raus: »Diesbezüglich ist noch gar nichts entschieden«. Macht er weiter, sind Pauschs Wünsche klar umrissen: »Noch ein guter Torwart und zwei erfahrene Spieler, dann wäre ich optimistisch für die nächste Runde«.
Bezogen auf den aktuellen Personal-Kader sehen sie sich beim VfB bezüglich der anstehenden Aufgaben gut aufgestellt: Junge Leute wie Yalcin Zurnaci, Francesco Heidel, Coskun Aktürk oder Timm Dott sollen weiterhin ausreichend Gelegenheit erhalten, Kreisoberliga-Luft zu schnuppern - vor Keeper Michael Reller gelten Libero Yasin Zurnaci und Spielmacher Murat Zurnaci (Pausch: »Er kann noch zulegen«) für den Coach genauso als unverzichtbare Stützen wie Jasko Terzie und Abdelhamed Aberkane im defensiven Mittelfeld. Die Fähigkeiten von Aberkane, früher beim VfB eigentlich der Garant für viele Treffer, lobt Rainer Pausch übrigens in den höchsten Tönen: »Mein wichtigster Mann. Mit ihm steht und fällt unser Spiel«. Wer vorne die Tore schießen soll, wenn Aberkane weiter hinten andere Aufgaben zu erfüllen hat, mag für Außenstehende die große Frage sein, nicht aber für den Petterweiler Übungsleiter: »Dafür sind Kris Susemichel, der talentierte Jerome Wittmann und Dennis Müller zuständig«. Klingt alles sehr durchdacht - nur klappen muss es. Rainer Pausch sieht da keine Probleme: »Wer letztlich absteigt, ist offen. Wir werden nicht dabei sein«. Uwe Born